
Das Weltklima driftet nach Einschätzung der Vereinten Nationen so stark aus dem Gleichgewicht wie nie zuvor. Die Weltwetterorganisation (WMO), eine Sonderorganisation der UNO, dokumentiert in ihrem jüngsten Bericht zum Zustand des globalen Klimas ein rasant wachsendes Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -abgabe der Erde. Demnach jagt bei den zentralen Klimaindikatoren ein Negativrekord den nächsten: Die Temperaturen steigen weiter, die Ozeane heizen sich auf, Eis- und Gletscherflächen gehen zurück, und die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre nimmt weiter zu.
Erstmals führt die WMO das Energieungleichgewicht der Erde als einen ihrer zentralen Klimaindikatoren. In einem stabilen Klimasystem hält sich die von der Sonne eingestrahlte Energie mit der von der Erde wieder abgegebenen Energie weitgehend die Waage. Dieses Gleichgewicht sei jedoch zunehmend gestört, heißt es in dem Bericht. Steigende Konzentrationen von Kohlendioxid, Methan und Lachgas in der Atmosphäre führten zu einer anhaltenden Erwärmung der Luft- und Meeresmassen sowie zur beschleunigten Eisschmelze. Seit Beginn der systematischen Beobachtungen in den 1960er-Jahren habe sich das Ungleichgewicht verstärkt, besonders deutlich in den vergangenen zwei Jahrzehnten, und 2025 einen neuen Höchststand erreicht.
Die WMO bestätigt zugleich, dass sich der Erwärmungstrend in den vergangenen Jahren weiter verfestigt hat. Das zurückliegende Jahr war demnach das zweit- oder drittwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen; die globale Durchschnittstemperatur lag rund 1,43 Grad Celsius über dem Niveau der vorindustriellen Zeit (Referenzperiode 1850 bis 1900) und damit knapp unter der im Pariser Abkommen verankerten 1,5-Grad-Schwelle. Die Jahre 2015 bis 2025 werden in dem Bericht als die elf wärmsten seit Beginn systematischer Messungen geführt. Nach Darstellung der WMO vollziehen sich die einschneidenden Veränderungen zwar innerhalb weniger Jahrzehnte, ihre Folgen dürften jedoch über Hunderte, möglicherweise Tausende von Jahren spürbar bleiben.
UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete den Zustand des Weltklimas anlässlich der Veröffentlichung des Berichts als Notstand und warnte, der Planet werde „an seine Grenzen gebracht“. Die stellvertretende WMO-Chefin Ko Barrett erklärte, es lasse sich nicht bestreiten, dass sich die zentralen Indikatoren in eine Richtung bewegten, die wenig Anlass zu Hoffnung gebe. WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo betonte, menschliche Aktivitäten störten das natürliche Gleichgewicht des Klimasystems zunehmend; die Welt werde mit den Konsequenzen über sehr lange Zeiträume leben müssen. Konkrete neue politische Maßnahmen oder zusätzliche Zusagen zur Emissionsminderung gingen aus den vorliegenden Passagen des Berichts nicht hervor.

Während die Dieselpreise in Teilen Italiens neue Höchststände erreichen, zeichnet sich in Luxemburg eine spürbare Entspannung ab – und in Deutschland profitieren Autofahrer nur eingeschränkt von Steuererleichterungen. In Südtirol kletterte der Dieselhöchstpreis in Bozen Medienberichten zufolge auf 2,288 Euro pro Liter und lag damit am Mittwoch über dem Durchschnitt auf den italienischen Autobahnen. Dort wurden im Schnitt 2,287 Euro pro Liter Diesel fällig. Im gesamtstaatlichen Vergleich ist Südtirol damit weiterhin Spitzenreiter bei den Preisen.
Auch in anderen italienischen Regionen zogen die Dieselpreise deutlich an. In Trient stieg der Selbstbedienungspreis auf 2,274 Euro pro Liter, ein Anstieg um 1,1 Cent binnen eines Tages. Die stärksten Preissprünge wurden jedoch nicht in den teuersten Regionen verzeichnet, sondern im Nordosten und im Westen des Landes: In Friaul verteuerte sich ein einmaliges Volltanken von 50 Litern Diesel um 1,25 Euro, in Ligurien um 1,20 Euro, im Latium um 1,15 Euro. Auf den Autobahnen wurden Tagesanstiege von bis zu zwei Cent je Liter registriert. Der Präsident der nationalen Verbraucherunion, Massimiliano Dona, wirft der Regierung in Rom vor, zu wenig gegen die Preisanstiege zu unternehmen, und warnt vor möglichen Folgen für die Inflation.
Parallel dazu zeigt sich in Luxemburg ein gegenteiliger Trend. Dort wird Diesel nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ab Mitternacht um 6,2 Cent je Liter günstiger und kostet dann 1,995 Euro. Damit fällt der Preis unter die Marke von zwei Euro. Die Benzinsorten Super 95 und Super 98 bleiben stabil bei 1,837 Euro beziehungsweise 2,049 Euro je Liter. Auch Heizöl wird in Luxemburg billiger: Bei Abnahme von mindestens 1.500 Litern sinkt der Literpreis am Mittwoch ebenfalls um 6,2 Cent auf 1,477 Euro. Der Großherzogtum bewegt sich damit preislich klar unter dem Niveau vieler Regionen in Italien.
In Deutschland wiederum kommt eine bereits beschlossene Steuerentlastung für Autofahrer nur begrenzt an. In Sachsen-Anhalt senkte die Bundesregierung vor rund einer Woche die Steuern auf Kraftstoffe um 17 Cent pro Liter. Laut dem Portal Benzinpreis-blitz kostete Super E10 am Mittwochnachmittag im Landesdurchschnitt 2,12 Euro pro Liter und damit lediglich rund sieben Cent weniger als am Nachmittag vor Inkrafttreten des Rabatts. Der Dieselpreis lag bei 2,19 Euro pro Liter, rund 15 Cent unter dem Vorkrisenniveau. Die Entlastung erreicht damit nicht vollständig die angekündigte Höhe, zudem spielt laut den Erhebungen die Uhrzeit eine wesentliche Rolle: Je nach Tageszeit fällt der Vorteil für Verbraucher unterschiedlich aus.
Im europäischen Vergleich entstehen damit deutliche Preisunterschiede für Dieselverbraucher. Während Italien mit Rekordständen in Teilen des Landes und spürbaren Tagesanstiegen im Fokus steht, nutzt Luxemburg den Spielraum für Preissenkungen. Deutschland versucht, über Steuersenkungen gegenzusteuern, bislang mit begrenzter Durchschlagskraft an der Zapfsäule. Für Verbraucher bleibt das Umfeld volatil – und die Frage, in welchem Umfang staatliche Eingriffe und Marktbewegungen künftig tatsächlich im Portemonnaie der Autofahrer ankommen.