MAASTRICHT, Niederlande , 14. Oktober 2026 /PRNewswire/ -- Sekundäre Immundefekte (SIDs) stellen eine bedeutende und häufig unterschätzte Herausforderung für das Gesundheitswesen dar. Ihre klinische Relevanz hat mit dem zunehmenden Einsatz von Immunsuppressiva und Biologika, den Fortschritten bei der Behandlung hämatologischer Malignome und der wachsenden Zahl von Patientinnen und Patienten, die Erkrankungen ausgesetzt sind, die mit einer erworbenen Immunfunktionsstörung einhergehen, zugenommen.

Um dieser Situation zu begegnen, fordern Ärztinnen und Ärzte, Patientenvertreter, Forschende und Vertreter der Industrie, die sich auf der ESID 2026 treffen, eine stärkere Berücksichtigung der sekundären Immundefekte und der Herausforderungen, denen sich Menschen mit diesen Erkrankungen gegenübersehen.
Trotz Fortschritten im Verständnis dieser Störungen werden SIDs oft erst spät erkannt oder bleiben unterdiagnostiziert. Eine verzögerte Erkennung kann zu wiederkehrenden und schweren Infektionen, Krankenhausaufenthalten, einer beeinträchtigten Lebensqualität und anderen vermeidbaren Komplikationen führen. Die Verbesserung des Bewusstseins, die Förderung einer rechtzeitigen Diagnose und die Sicherstellung einheitlicher Behandlungsstandards bleiben wichtige Prioritäten für die Optimierung der Patientenergebnisse.
Johan Prevot, Executive Director der International Patient Organization for Primary Immunodeficiencies (IPOPI), sagte: „Sekundäre Immundefekte erfahren in der gesamten Gesundheitsgemeinschaft zunehmende Aufmerksamkeit, dennoch bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern in Bezug auf Bewusstsein, Diagnose und Patientenbetreuung. Bemerkenswerterweise leidet ein signifikanter Teil dieser SID-Patienten tatsächlich an einer zugrundeliegenden, bisher nicht diagnostizierten PID. Es wird zunehmend wichtiger, sicherzustellen, dass sie Anerkennung finden und angemessen unterstützt werden."
„Das Bewusstsein für sekundäre Immundefekte hat sich in den letzten Jahren verbessert", erklärte Dr. Silvia Sánchez-Ramón, Leiterin der Abteilung für Immunologie am Universitätsklinikum La Paz in Madrid, „es bestehen aber weiterhin erhebliche Lücken." Eine frühere Erkennung, eine engere Zusammenarbeit zwischen den Fachrichtungen und eine breitere Anwendung evidenzbasierter Verfahren sind unerlässlich, um sicherzustellen, dass Patientinnen und Patienten früher diagnostiziert werden und eine angemessene Behandlung erhalten.
„Fortschritte in der klinischen Behandlung sekundärer Immundefekte hängen von einer starken multidisziplinären Zusammenarbeit sowie von Verbindungen zwischen Wissenschaft, klinischer Praxis und Patientenerfahrung ab", erklärte Gorana Dasic, Vice President, Global Medical Affairs Head bei Kedrion Biopharma. „Durch Forschungskooperationen, patientenorientierte Projekte und Beiträge zu klinischen und wissenschaftlichen Fortschritten, die auf wissenschaftlichen Tagungen vorgestellt werden, engagiert sich Kedrion dafür, Netzwerke und Wissen aufzubauen, die eine frühere Diagnose und eine fundiertere Behandlung ermöglichen."
Auf der ESID 2026 wird Kedrionzwei Poster präsentieren: eines über Sicherheitsdaten im Zusammenhang mit einer Immunglobulintherapie und ein weiteres über die MAPPA-Umfrageinitiative und deren internationale Ausweitung. An unserem Messestand sind Kliniker und andere Angehörige der Gesundheitsberufe herzlich willkommen.
Die MAPPA-Umfrage, die von der AIP APS (der italienische Vereinigung für primäre Immundefekte) in Zusammenarbeit mit Kedrion entwickelt wurde, sammelt Einblicke in die Erfahrungen von Menschen mit primären Immundefekten in ganz Europa. Das Projekt spiegelt die langjährige Zusammenarbeit zwischen der AIP und Kedrion wider, die sich für den Aufbau und die Pflege von Beziehungen zu Patientenorganisationen und die Unterstützung von Initiativen einsetzt, die der Stimme der Patienten mehr Gehör verschaffen. Im Rahmen des ESID wird das Projekt erste Ergebnisse seiner Ausweitung von Italien auf Portugal, Spanien und die Türkei präsentieren und neue Erkenntnisse über Patientenpfade, Diagnoseprozesse und ungedeckte Bedürfnisse liefern.
Vorläufige Ergebnisse unterstreichen die anhaltenden Auswirkungen von Diagnoseverzögerungen: Mehr als die Hälfte der Befragten erhielt ihre Diagnose erst nach dem 18. Lebensjahr, und 28 % berichteten zum Zeitpunkt der Diagnose von dauerhaften Schäden.
Alessandro Segato, President, AIP APS, sagte: „Den Patientinnen und Patienten eine Stimme zu geben bedeutet, den Wert ihrer realen Lebenserfahrungen als eine wesentliche Wissensquelle anzuerkennen. MAPPA vereint Daten, die direkt von Menschen mit primären Immundefekten durch die Zusammenarbeit von Patientenorganisationen in ganz Europa erhoben werden. Indem wir diese Erfahrungen in Beweise umwandeln, können wir gemeinsame Bedürfnisse und Herausforderungen identifizieren, die sonst möglicherweise unentdeckt blieben. Diese Erkenntnisse können dazu beitragen, das Bewusstsein zu schärfen und die Diagnose, Versorgung und Unterstützung von Menschen mit primären Immundefekten auf europäischer Ebene zu verbessern."
Für Kedrion ist die Erweiterung des Wissens ein wesentlicher Schritt zur Bewältigung der sich wandelnden globalen Herausforderungen im Bereich der primären und sekundären Immundefekte.immu
Referenz: Elkhalifa S., Salvo F., Elbashir H., Shafiq I., Isse S., Abuzakouk M., et al. Secondary antibody deficiencies in the modern era: emerging trends, diagnostic pitfalls, and advances in personalised management. Front Immunol. 2025;16:1635094.
Informationen zu Kedrion Biopharma
Kedrion Biopharma sammelt und fraktioniert Blutplasma, um plasmabasierte Therapien für seltene, sehr seltene und schwere Erkrankungen herzustellen und zu vertreiben, darunter Immundefekte, Gerinnungsstörungen, neurologische Erkrankungen und Rh-Sensibilisierung. Mit rund 5.400 Mitarbeitenden weltweit und einem Portfolio von 39 Produkten, die in mehr als 100 Ländern vertrieben werden, ist Kedrion der fünftgrößte Akteur weltweit im Bereich plasmabasierter Produkte.
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Beim Winterthurer Textilmaschinenhersteller Rieter kommt es zu einem abrupten Führungswechsel. CEO und Verwaltungsratspräsident Thomas Oetterli gibt beide Ämter per Ende Oktober ab. An die Spitze der Geschäftsführung rückt Anfang November der Branchenkenner Daniel Lippuner, während Carl Illi mit sofortiger Wirkung das Präsidium des Verwaltungsrats übernimmt. Rieter begründet den Schritt damit, dass nach der Umsetzung zentraler strategischer Projekte nun der Zeitpunkt gekommen sei, die Verantwortung in neue Hände zu legen.
Lippuner gilt als ausgewiesener Experte für Spinnmaschinen, Garnverarbeitung und Textilkomponenten. Er leitete früher den Textilmaschinenhersteller Saurer und zuvor den Bereich Oerlikon Textile Components. Zudem ist er Verwaltungsratspräsident und Miteigentümer von Heberlein Technology und damit weiterhin eng in der Chemiefaserindustrie verankert. Illi gehört dem Rieter-Verwaltungsrat seit 2017 an und wird vom Unternehmen ebenfalls als Textilexperte charakterisiert. Er soll das Präsidium mindestens bis zur nächsten Generalversammlung führen.
Oetterli, Jahrgang 1969 und früher Chef des Lift- und Rolltreppenherstellers Schindler, war im März 2023 zu Rieter geholt worden, um den bereits damals kriselnden Maschinenbauer zu stabilisieren. Noch im selben Jahr lancierte er das Performance-Programm «Next Level», das ein massives Kostensenkungs- und Restrukturierungspaket umfasst. Der Plan sah unter anderem vor, bis 2025 rund 1400 Vollzeitstellen vorwiegend in Deutschland, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern abzubauen und Standorte zu konsolidieren. Parallel dazu übernahm Rieter im Februar die Textilmaschinensparte Barmag von OC Oerlikon, was mit einem deutlichen Anstieg der Verschuldung einherging.
Trotz dieser einschneidenden Massnahmen blieb die erhoffte Trendwende aus. Die Amtszeit Oetterlis war von einem ausserordentlich schwachen Marktumfeld mit anhaltender Nachfrageschwäche geprägt. 2024 hatte er zusätzlich das Präsidium des Verwaltungsrats übernommen – ein Doppelmandat, das den Aktionären ursprünglich als Übergangslösung zur konsequenten Umsetzung von «Next Level» verkauft worden war. Grösster Anteilseigner bei Rieter ist der Schweizer Industrielle Peter Spuhler mit einem Anteil von 33,1 Prozent; er sitzt ebenfalls im Verwaltungsrat. Der Führungswechsel in Winterthur folgt zeitlich auf eine ebenfalls angekündigte Neubesetzung an der Spitze von Stadler Rail, einem weiteren Unternehmen, an dem Spuhler die Kontrolle hält.