
Israel hat die Bevölkerung im Iran in einer ungewöhnlich direkten Botschaft davor gewarnt, Züge zu benutzen oder sich in der Nähe von Bahnstrecken aufzuhalten. Über den persischsprachigen Account der israelischen Armee auf der Plattform X hieß es, man bitte "im Interesse Ihrer Sicherheit" darum, von sofort an bis 21.00 Uhr Ortszeit auf Zugreisen im gesamten Iran zu verzichten. Jede Präsenz in Zügen oder nahe an Eisenbahnlinien gefährde das Leben der Menschen, so die Mitteilung. Eine explizite Begründung für die Warnung wurde nicht genannt.
Die Botschaft richtet den Fokus auf das iranische Schienennetz und nährt Spekulationen, dass diese Infrastruktur ins Visier geraten könnte. In einem weiteren Bericht wurde das Posting als beispiellose Drohung beschrieben, wonach die Nutzung von Zügen in den kommenden Stunden lebensgefährlich sein könne. Offizielle Angaben zu konkreten militärischen Planungen liegen nicht vor. Klar ist jedoch, dass Israel und die USA in dem seit dem 28. Februar andauernden Konflikt gemeinsam gegen Iran vorgehen und damit auch Verkehrsinfrastruktur stärker in den Mittelpunkt rückt.
Die Warnung erreichte Teile der iranischen Bevölkerung trotz strikter Einschränkungen im Netz. Seit Ende Februar haben Nutzerinnen und Nutzer im Iran offiziellen Angaben zufolge nur Zugang zu einem begrenzten internen Intranet mit staatlich genehmigten Inhalten. Dennoch kursieren Informationen über heimische Plattformen, die Messenger-Diensten wie Telegram ähneln. Auf einer dieser Plattformen wurde der Hinweis der israelischen Armee bereits sechs Minuten nach Veröffentlichung auf X weiterverbreitet, was auf eine weiterhin vorhandene – wenn auch eingeschränkte – digitale Vernetzung hindeutet.
Im Hintergrund verschärft ein Ultimatum von US-Präsident Donald Trump den Druck auf Teheran. Trump fordert, die Straße von Hormus – eine für den globalen Öl- und Gashandel zentrale Wasserstraße – wieder zu öffnen. Die Frist läuft in der Nacht aus, eine Einigung ist nach übereinstimmenden Berichten bislang nicht in Sicht. Trump hatte mit Angriffen auf Infrastruktur gedroht, die auch zivil genutzt wird oder zivilen Nutzen hat, darunter Brücken und Kraftwerke. Parallel dazu haben die Schließung der Straße von Hormus und die anhaltende Unsicherheit an den Energiemärkten die Preise für Öl deutlich steigen lassen, während Anleger zunehmend zweifeln, ob diplomatische Bemühungen den Konflikt kurzfristig entschärfen können.

Die UBS treibt ihre strategische Neuausrichtung in den USA voran und will sich dort von einem spezialisierten Vermögensverwalter zu einer Universalbank entwickeln. Im Rahmen des Projekts «Build the Bank» plant die Schweizer Großbank, ab Ende 2027 Zahlungen sowie Privat- und Sparkonten anzubieten, wie sie auf Anfrage der «NZZ am Sonntag» mitteilte. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch Kreditprodukte folgen. Möglich wird der Schritt durch eine nationale Banklizenz, die UBS in den USA vor kurzem erhalten hat und die ihr erlaubt, das Dienstleistungsangebot deutlich zu verbreitern.
Bislang müssen UBS-Kunden in den Vereinigten Staaten für klassische Retail-Banking-Dienstleistungen wie Giro- oder Sparkonten zu Wettbewerbern wie JPMorgan Chase oder Wells Fargo ausweichen. Mit dem Einstieg in dieses Geschäftsfeld zielt UBS darauf ab, ihre Kundenbasis auszuweiten und zusätzliche Ertragsquellen im wichtigsten Finanzmarkt der Welt zu erschließen. Konzernchef Sergio Ermotti will sich laut Medienberichten auch von politischem Gegenwind aus Bern nicht von den Wachstumsplänen in den USA abbringen lassen.
Die Bank ist in Nordamerika bereits stark präsent: Rund 25.000 Mitarbeitende arbeiten dort für UBS, darunter etwa 5.700 Finanzberater – deutlich mehr als in anderen Regionen. Dieses Modell bringt jedoch Strukturprobleme mit sich. Viele der Berater agieren faktisch wie unabhängige Unternehmer, die mit UBS zusammenarbeiten und Zugang zu deren Plattform und Produkten erhalten. Die Kundenbeziehung liegt damit in erster Linie bei den Beratern, nicht bei der Bank. UBS versucht seit Jahren, diese Abhängigkeit zu reduzieren und die Macht der Finanzberater zu begrenzen, verlor laut Branchenportal «Advisor Hub» jedoch 2025 so viele Berater wie keine andere Bank.
Die Personalstruktur in der Region «Americas» hatte spürbare Folgen für das Geschäft. Im vierten Quartal 2025 kam es im Vermögensverwaltungsgeschäft zu Nettoabflüssen von Kundengeldern, was das Management unter anderem auf die Beraterproblematik zurückführte. Dennoch rechnet UBS für das Gesamtjahr 2026 wieder mit Neugeldzuflüssen. Parallel dazu versucht die Bank, im intensiven Wettbewerb um Top-Berater die Weichen neu zu stellen: Sie hat die Vergütungen angehoben und ein Rekrutierungsprogramm mit hohen Antrittsprämien aufgelegt. Diese sollen ausgewählten Finanzberatern den Wechsel schmackhaft machen und die Position der Bank im hart umkämpften US-Markt stärken, während sie gleichzeitig den Übergang vom reinen Vermögensverwalter zur Universalbank vorbereitet.