EDAG ringt mit Projektverschiebungen und baut Geschäft jenseits der Autoindustrie aus

26.03.2026


Die EDAG Engineering Group AG hat für das Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Rückgang von Umsatz und Auftragseingang gemeldet und reagiert mit einem umfangreichen Effizienzprogramm. Der unabhängige Entwicklungsdienstleister mit Schwerpunkten in Mobility, Defence, Industry und Public Solutions erzielte Konzernumsatzerlöse von 714,0 Mio. Euro, was einem Minus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das bereinigte EBIT lag bei −12,9 Mio. Euro. EDAG verweist auf ein anhaltend schwieriges Marktumfeld in der Automobilindustrie, geopolitische Unsicherheiten und eine ausgeprägte Investitionszurückhaltung vieler Kunden.

Der Auftragseingang brach 2025 auf rund 688 Mio. Euro ein und blieb damit deutlich unter dem Vorjahreswert. In allen drei Segmenten belasteten Projektverschiebungen sowie reduzierte Abrufe aus bestehenden Rahmenverträgen großer Automobilhersteller und Systemlieferanten das Geschäft. Die schwächere Nachfrage aus der Mobilitätsindustrie, traditionell das Kerngeschäft des Unternehmens, konnte lediglich teilweise durch zusätzliche Projekte in anderen Branchen kompensiert werden.

Gleichzeitig zahlte sich EDAGs Strategie der breiteren Aufstellung außerhalb der Autoindustrie aus. Der Umsatz mit Kunden jenseits der Mobilität legte im Jahresvergleich um rund 21 Prozent auf etwa 100 Mio. Euro zu. Besonders das Defence-Geschäft verzeichnete 2025 eine anhaltend hohe Investitionsbereitschaft der Kunden und eröffnet laut Unternehmen attraktive mittel- bis langfristige Wachstumsperspektiven. Auch Industrieprojekte entwickelten sich vor diesem Hintergrund robuster als das klassische Automobilgeschäft.

Um auf die gedämpfte Nachfrage und den Margendruck zu reagieren, treibt EDAG die Umsetzung strategischer und operativer Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität voran. Im Zuge dieser Programme identifizierte der Konzern ein jährliches Einsparpotenzial von rund 90 Mio. Euro. Die damit verbundenen Anpassungen und Restrukturierungsschritte belasteten das Jahresergebnis 2025 zusätzlich, sollen nach Unternehmensangaben aber die Basis für nachhaltiges Wachstum und eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit in einem volatilen Marktumfeld legen.

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Wohnungsmarkt drängt Mittelstand ins Umland: Fall Bourgeois sorgt für Debatte

26.03.2026


Die Zürcher FDP-Politikerin Yasmine Bourgeois gibt ihr eben erst errungenes Mandat im Gemeinderat wieder ab – nicht wegen eines politischen Skandals, sondern wegen des Wohnungsmarkts. Trotz monatelanger Suche habe sie in Zürich keine bezahlbare und für ihre Familie geeignete Wohnung gefunden, sagte Bourgeois dem «Tages-Anzeiger». Die Schul- und Bildungsexpertin war mit einem Spitzenergebnis in das Stadtparlament gewählt worden, verzichtet nun aber auf den Sitz.

Statt in der Stadt zieht Bourgeois nach Ebmatingen in der Gemeinde Maur, vor den Toren Zürichs. Dort hat sie nach eigenen Angaben eine günstigere Wohnung gefunden. Mit dem Umzug verliert sie gemäss kommunalen Vorgaben ihren Anspruch auf das Mandat in der Limmatstadt. Ihre Nachfolge im Gemeinderat tritt Parteikollegin Brenda Mäder an.

Die FDP nimmt den Fall zum Anlass, grundsätzliche Kritik an der Zürcher Wohnpolitik zu üben. Zürich entwickle sich zunehmend zu einer Stadt, in der selbst der Mittelstand kaum mehr Platz finde, argumentiert die Partei. Sie fordert mehr Wohnungsbau und verweist darauf, dass zusätzliche Angebote die Mieten dämpfen könnten. Bourgeois selbst ist überzeugt, dass Preise sinken, sobald deutlich mehr Wohnungen erstellt werden – klagt aber über Vorschriften und Bürokratie, die den Ausbau bremsten.

Die politische Brisanz des Themas zeigt sich auch in einer jüngsten Umfrage: Demnach leiden besonders junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren sowie die Stadtbevölkerung unter der Knappheit an Wohnungen. Gleichzeitig stösst zusätzlicher Neubau auf Skepsis, weil Grünflächen erhalten bleiben sollen. Während in den Städten eine Mehrheit dafür wäre, verstärkt in die Höhe zu bauen, ist die Zustimmung auf dem Land geringer. Der Rückzug von Bourgeois verleiht dieser Debatte eine konkrete, personelle Dimension – und macht sichtbar, wie eng politische Repräsentation und Wohnort mittlerweile verknüpft sind.